Zwei großformatige Tuschezeichnungen auf gefaltetem Papier: „Karte PG" geht vom Plauenschen Grund aus, „Karte GG" vom Plan des barocken Großen Gartens in Dresden. Beide fragen nach den archetypischen Qualitäten der Karte.
„Karte PG" beruht auf historischem Kartenmaterial des Plauenschen Grundes, „Karte GG" auf dem Plan des barocken Großen Gartens in Dresden. Birgit Schuh geht es dabei weniger um lokale Besonderheiten als um die archetypischen Qualitäten der Karte.
In „Karte PG" treten grafische Elemente hervor — helle Niederungen, dunkle Höhenzüge —, während feuchte Tusche und wuchernde Schraffuren eine gestische Atmosphäre hinzufügen; die Faltung folgt einer Wanderkarte, das geknickte Papier wirkt wie ein Relief. „Karte GG" übernimmt die normierte Falzung architektonischer Pläne — passend, denn der Große Garten entstand auf dem Reißbrett. Über das abgeklebte, wohlgeordnete Wegenetz greift Schuh massiv mit Tusche ein, bis eine kaum zu bändigende Naturkraft die Ordnung anarchisch überspielt.
Die Arbeiten gehören zu Birgit Schuhs „Landschaftslabor", in dem sie tradierte Formeln von erster, zweiter und dritter Natur befragt und der barocken Symmetrie Strategien der Auflösung entgegensetzt.
Frei nach einem Text von Susanne Altmann, „Die ‚vierte Natur' im Landschaftslabor" (© 2014 Verlag für zeitgenössische Kunst und Theorie, Berlin; ISBN 978-3-944295-07-7); das hervorgehobene Zitat im Wortlaut.
„Vor der Natur muss menschgemachte Akkuratesse doch immer wieder kapitulieren."