BIRGIT SCHUH
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Freie Arbeit · Tuschezeichnung · 2012

KARTE PG / KARTE GG

Zwei großformatige Tuschezeichnungen auf gefaltetem Papier: „Karte PG" geht vom Plauenschen Grund aus, „Karte GG" vom Plan des barocken Großen Gartens in Dresden. Beide fragen nach den archetypischen Qualitäten der Karte.

Jahr 2012
Technik Tuschezeichnung auf Papier, gefaltet
Maße je 240 × 150 cm
Sammlung Kunstfonds, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Fotos Birgit Schuh
Karte PG und Karte GG, Ausstellungsansicht in der Halle 14
Karte PG / Karte GG, 2012 — Ausstellungsansicht, Halle 14.
Die beiden Karten
Karte PG — Tuschezeichnung nach dem Plauenschen Grund, gefaltet, 2012
Karte PG — Plauenscher Grund.
Karte GG — Tuschezeichnung nach dem Plan des Großen Gartens, gefaltet, 2012
Karte GG — Großer Garten.
Ausstellungsansicht · Kunsthaus Dresden, 2013
Karte PG und Karte GG nebeneinander an der Wand des Kunsthauses Dresden, 2013
Karte PG und Karte GG, Kunsthaus Dresden 2013. Foto: Lisa Stagge.
Ausstellungsraum im Kunsthaus Dresden 2013 — an der Wand Karte PG und Karte GG, im Raum die Bodeninstallation Kondensat I
Im Raum, mit der Bodeninstallation Kondensat I. Foto: Lisa Stagge.
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„Karte PG" beruht auf historischem Kartenmaterial des Plauenschen Grundes, „Karte GG" auf dem Plan des barocken Großen Gartens in Dresden. Birgit Schuh geht es dabei weniger um lokale Besonderheiten als um die archetypischen Qualitäten der Karte.

In „Karte PG" treten grafische Elemente hervor — helle Niederungen, dunkle Höhenzüge —, während feuchte Tusche und wuchernde Schraffuren eine gestische Atmosphäre hinzufügen; die Faltung folgt einer Wanderkarte, das geknickte Papier wirkt wie ein Relief. „Karte GG" übernimmt die normierte Falzung architektonischer Pläne — passend, denn der Große Garten entstand auf dem Reißbrett. Über das abgeklebte, wohlgeordnete Wegenetz greift Schuh massiv mit Tusche ein, bis eine kaum zu bändigende Naturkraft die Ordnung anarchisch überspielt.

Die Arbeiten gehören zu Birgit Schuhs „Landschaftslabor", in dem sie tradierte Formeln von erster, zweiter und dritter Natur befragt und der barocken Symmetrie Strategien der Auflösung entgegensetzt.

Frei nach einem Text von Susanne Altmann, „Die ‚vierte Natur' im Landschaftslabor" (© 2014 Verlag für zeitgenössische Kunst und Theorie, Berlin; ISBN 978-3-944295-07-7); das hervorgehobene Zitat im Wortlaut.

„Vor der Natur muss menschgemachte Akkuratesse doch immer wieder kapitulieren."
Birgit Schuh — im Gespräch mit Susanne Altmann, 2014
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