BIRGIT SCHUH
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Freie Arbeit · Installation · 2012

KONDENSAT I

„Kondensat I" ist die erste Arbeit der gleichnamigen Werkreihe: In ein gerahmtes Feld aus Zinkwannen wird heißes, schwarz gefärbtes Tuschewasser gefüllt und mit Glasplatten verschlossen. An den Scheiben schlägt sich der Dampf nieder — ein Bild aus unzähligen Kondenstropfen, das sich über die Zeit verändert.

Jahr 2012
Ausstellung Kunsthaus Dresden, 2013
Material Zinkwannen, Glas, Tuschewasser, Rahmen
Maße 250 × 160 × 16 cm
Fotos Lisa Stagge
Ausstellungsansicht Kunsthaus Dresden 2013 — die Bodeninstallation Kondensat I als gerahmtes Glasfeld auf dem Parkett, an der Wand die Tuschezeichnungen Karte PG und Karte GG
Ausstellungsansicht Kunsthaus Dresden, 2013 — Kondensat I im Raum, an der Wand Karte PG / Karte GG. Foto: Lisa Stagge.
Ausstellungsansicht
Kondensat I — Bodeninstallation aus Zinkwannen, Glas und Tuschewasser; an den Glasscheiben hat sich der Dampf zu Kondenstropfen niedergeschlagen, Ausstellungsansicht Kunsthaus Dresden 2013
Kondensat I, 2012 — Ausstellungsansicht Kunsthaus Dresden, 2013. Foto: Lisa Stagge.
Zum Werk

Mit „Kondensat I" beginnt eine Werkreihe, in der Birgit Schuh ihre Tuschezeichnungen aus der Fläche in den Raum verlegt. Innerhalb einer geschlossenen, gerahmten Form liegen regelmäßig angelegte Fächer, jedes von einer Glasplatte abgeschlossen. Die gleichmäßig durch die Zinkwannen gerasterten Fächer nehmen dabei das Prinzip der gefalteten Zeichnung auf: Wie ein in regelmäßige Felder gefaltetes Blatt überträgt das Wannenraster die Faltung der Zeichnung in den dreidimensionalen Raum. In den Kammern ruht heißes, schwarz gefärbtes Tuschewasser, das experimentell als Gestaltungsmittel eingesetzt wird.

Das eingefüllte heiße Wasser kondensiert an der darüber liegenden Scheibe. Der zunächst flächige Beschlag verändert über die Zeit seine Form: Aus kleinen Wasserperlen bilden sich größere Tropfen wie auch Leerstellen, bis ein abstraktes Bild entsteht — ein Zufallsraster aus Wasserperlen, das an die Nachtaufnahme einer Stadt aus dem All erinnert, in der sich verstreute Lichtpunkte zu hellen Ballungen verdichten und an anderer Stelle ins Dunkel ausdünnen. Die Künstlerin überlässt dieses Bild sich selbst — Zufall und das Abgeben von Kontrolle werden zu Arbeitsinstrumenten.

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