BIRGIT SCHUH
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Freie Arbeit · Installation · 2014

KONDENSAT II

Die großformatige Bodenarbeit im Kunstverein Bellevue-Saal nimmt Bezug zur Geschichte des ehemaligen Hotels Bellevue mit seinen Thermalbädern, zur stadträumlichen Lage gegenüber dem „Warmen Damm" sowie zur Form der Brunnenanlagen im Außenraum.

Jahr 2014
Ort Kunstverein Bellevue-Saal, Wiesbaden
Material kondensiertes Tuschewasser, Wannen, Glas, Holz
Maße 630 × 315 × 16 cm
Fotos Dirk Uebele
Ausstellungsansicht
Kondensat II — großformatige Bodeninstallation aus Wannen, Glas und kondensiertem Tuschewasser im hellen Saal des Kunstvereins Bellevue-Saal Wiesbaden, 2014
Kondensat II, 2014 — Ausstellungsansicht Kunstverein Bellevue-Saal, Wiesbaden. Foto: Dirk Uebele.
Zum Werk

„Die Künstlerin recycelt, wenn man so will, Natur."

— Peter Forster, Museum Wiesbaden

„Was wir zentral sehen ist eine formidable großformatige Bodenarbeit. Innerhalb der geschlossenen Form finden sich regelmäßig angelegte Fächer, die von Glasplatten abgeschlossen werden. In jedem Fach oder in jeder Kammer befindet sich heißes schwarzes Tuschewasser, das hier experimentell als Gestaltungsmittel eingesetzt wird. Das eingefüllte heiße Tuschewasser kondensiert jeweils an der darüber liegenden Glasscheibe. Es ist ein „work in Progress", denn der zunächst flächige Beschlag verändert mit der Zeit seine Form: aus kleinen Wasserperlen bilden sich sowohl größere Tropfen, als aber auch Leerstellen aus und münden in einem abstrakten Bild.

Der Künstlerin gelingt es, im übertragenen Sinne, die Quellen (Thermalquellen Wiesbadens) als Gestaltungsfaktor einzusetzen. Aus eigentlicher Verdampfung entsteht ein Bild aus unzähligen Kondenstropfen. Die Künstlerin recycelt, wenn man so will, Natur.

Ohne jetzt die in China und Japan hoch ausgeprägte Form der Tuschezeichnungen allzu sehr bemühen zu wollen, so sollte doch im Hinterkopf behalten werden, dass neben der Kalligraphie es die Natur- und Landschaftsbilder sind, die für diese Form der Malerei signifikant sind. Schuh praktiziert ihre Tuschemalerei installativ unter Zuhilfenahme von Wasser und Hitze. Spannend ist in der Verbindung aus Tusche und Wasser: die Tusche färbt das Wasser schwarz; während das Wasser kondensiert und sein Wasserperlenspiel an der Scheibe betreibt, ruht das schwarz gefärbte Wasser wie eine monochrome Fläche.

Das farbige Wasser verhindert den Blick hinein auf den Grund und erzeugt damit eine eigene illusionistische Tiefenwirkung. Die Künstlerin überlässt das Bild an der Scheibe sich selbst. Zufall und die Aufgabe über die Kontrolle werden so zu Arbeitsinstrumenten."

— Peter Forster, Museum Wiesbaden
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