„Kristall 20, entfaltet" schließt sich an eine Reihe von Werken an, die in den Jahren 2012 – 2016 entstanden sind. Freundlicherweise wurde ich erneut durch die TU Dresden, Professur für Ingenieurholzbau und baukonstruktives Entwerfen unterstützt und – was für diese Arbeit wichtig war – erstmals auch durch die Deutschen Werkstätten Hellerau, deren Technologie und Knowhow die Konstruktion der von mir als Modell vorgegebenen 3-dimensionalen Form erst möglich gemacht hat.
Auf Grundlage der „32 Kristallmodelle" entwickelte ich eine entfaltete Variante des Lehrmodells Kristall 20, die mit der leicht ansteigenden Faltung entlang des Bodens und der steil aufgerichteten Partie eine abstrahierte Art einer landschaftlicher Situation beschreibt. Die Eigenschaften des Formholzes nutzte ich, um die streng geometrische Modellstruktur mittels heißer, weißer Tusche in sich weich wölbende und aufbrechende Flächen umzuwandeln. Die verwendeten Schnüre und Seile – Materialien der Klettersportler und der Landschaftsarchitekten – die sich wie zeichnerische Linien über die Holzflächen spannen, sind zeichnerisch und formgebend gestaltende Elemente zugleich.
Die Arbeiten mit Formholz begann ich aus meinem Interesse, das Prinzip der Verformung aus der Landschaft in meine künstlerische Strategie zu übertragen. Das Material erlaubt mir eine strenge, planvolle Bearbeitung einerseits und Überführung der 2-dimensionalen Gestaltung in den 3-dimensionalen Raum unter Einwirkung von materialimmanenten, natürlichen Kräften andererseits.