STADTSCHICHTEN ist eine ortsbezogene Raumzeichnung aus gespannten Schnüren. Im fensterlosen Kellerraum der Galerie überlagern sich auf zwei schwebenden, schiefen Ebenen unterschiedliche Stadtstrukturen Thessalonikis; ihre Schatten bilden auf dem Boden eine dritte Schicht.
Die epochalen architektonischen Zeugnisse der über 2000 Jahre alten Stadt Thessaloniki liegen durch Überbauung auf sehr unterschiedlichem Höhenniveau. Deutlich sichtbar ist dies vor allem bei den archäologischen römischen Stätten und byzantinischen Kirchen, die regelrecht entrückt, deutlich tiefer als die heutige Bebauung im Stadtgebiet liegen. Auf Grundlage meiner Recherchen zur Stadtstruktur Thessalonikis und aufbauend auf früheren Arbeiten, in denen ich – ähnlich einem Mauerer oder Landschaftsarchitekten – Schnüre zum Zeichnen von Wegesystemen einsetzte, entwickelte ich eine ortsbezogene Arbeit: Im fensterlosen Kellerraum spannte ich auf zwei schwebenden, schiefen Ebenen sich unterscheidende Stadtstrukturen Thessalonikis auf. Der sich überlagernde Schatten beider Schichten bildete eine dritte Ebene auf dem Boden.
Die Galerie befindet sich im ehemaligen jüdischen Viertel in Hafennähe. Die rückseitige Kellerwand ist Bestandteil der früheren Stadtmauer.