Die Triangulation zerlegt eine Landschaft in ein Netz aus Dreiecken — eine der ältesten Methoden, Raum überhaupt messbar zu machen. Birgit Schuh, die Mathematik studiert hat, begegnet diesem Netz nicht als nüchterner Geometrie, sondern als Gestalt: Im „Topografieskelett" wird die Vermaschung zu einem frei schwingenden Körper aus gebogenem Holz und gespannter Schnur.
„So ist es naheliegend, dass sich die Künstlerin schließlich auch für das Trigonometrische Vermessungsnetz Sachsens aus dem 19. Jahrhundert ‚als Bild‘ interessiert und dessen räumliche Aspekte künstlerisch in eine neue, sinnlich wahrnehmbare Form übersetzt.“
Silke WaglerDie Arbeit existiert in zwei Fassungen — als raumgreifendes Wandrelief und als Fassung in der Vitrine. Sie gehört zu Birgit Schuhs „Landschaftslabor", in dem sie wissenschaftliche Strukturen forschend ins Künstlerische überführt.
Frei nach einem Text von Silke Wagler, Kunsthistorikerin und Leiterin des Kunstfonds, Staatliche Kunstsammlungen Dresden (Faltblatt „Wechselstube · Kantor", 2014); das hervorgehobene Zitat im Wortlaut. Die historische Schreibweise „Triangulirung" ist bewusst gewählt.